Ein großer Schritt zum Traumjob

Esslingen: Berufsnavigator hilft Neuntklässlern bei der Suche nach der passenden Ausbildung

Von Katja Eisenhardt, Eßlinger Zeitung vom 10.12.2015

Der Berufsnavigator hilft Neuntklässlern.

Soll ich eine Ausbildung beginnen oder weiter auf die Schule gehen? Wo liegen meine Stärken und welcher Beruf passt dazu? Bei der Beantwortung solcher Fragen tun sich viele Schulabgänger oft schwer. Für Realschüler bietet die Volksbank Esslingen seit fünf Jahren den „Berufsnavigator“ an – einen computergestützten Test mit anschließendem Beratungsgespräch, der etwas Licht ins Dunkel der Berufswahl bringen soll.

 

Denya aus Klasse 9a der Nellinger Riegelhof-Realschule ist auf ihrer Suche nach einem geeigneten Ausbildungsberuf einen großen Schritt weitergekommen: „Ich will Flugbegleiterin werden. Das ist einer der Berufe, den der Berufsnavigatortest für mich ergeben hat. Ich werde mich weiter informieren und klären, ob man ein Praktikum bei einer Fluggesellschaft machen kann“, lautet der Plan der 14-Jährigen, die ohne konkreten Berufswunsch in den Test ging. Genauere Vorstellungen hatte Ilayda (15): „Ich konnte mir die Bereiche Service-, Büro- oder Automobilkauffrau gut vorstellen – letzteres war bei meinem Testergebnis dabei. Da möchte ich dran bleiben.“ Bei beiden spuckte der Computer zudem für sie unerwartete Berufe wie Hebamme, Bademeisterin oder Masseurin aus. Damit können sich die beiden aber weniger identifizieren.

Rund 280 Neuntklässler der Riegelhof-Realschule Nellingen, der Esslinger Zollberg-Realschule und der Realschule Oberesslingen haben sich im diesjährigen Durchgang für den Berufsnavigator angemeldet. Bereits im fünften Jahr bietet die Volksbank Esslingen für Realschüler das computer-gestützte Berufsauswahlverfahren an. Im ersten Teil, dem Computertest, beurteilen sich die Klassenkameraden in den Kleingruppen gegenseitig, aber anonym. Mit einem Handsender müssen die Schüler ihre Freunde anhand von rund 50 Persönlichkeitsmerkmalen einschätzen. Die Bewertungsskala reicht von 1* (überragend) über die gängigen Schulnoten 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend).


Bewertet werden Bereiche wie die Belastbarkeit, Kreativität, Ehrgeiz oder Ausdauer. Der Computer spuckt schließlich eine Liste mit zehn passenden Berufsvorschlägen aus. Details werden dann im Beratungsgespräch näher erörtert. Zudem erhalten die Schüler ein Teilnahmezertifikat, das sie Bewerbungen beilegen können. Neben den Schülern selbst zeigen sich auch die drei  Berufs-orientierungsbeauftragten Carolin Saar (Realschule Oberesslingen), Carmen Wiedmann (Zollberg-Realschule) und Robert Riedl (Riegelhof-Realschule Nellingen) vom Berufsnavigator überzeugt. „Nach der Teilnahme sind die Ziele der Schüler deutlich definierter“, beobachtet Carolin Saar, und ihre Kollegen nicken zustimmend. „Für sie ist es auch mal hilfreich zu sehen, wie sie von anderen einge-schätzt werden und wo sie persönlich ihre Stärken sehen“, fügt Carmen Wiedmann hinzu. Sehr positiv sei auch die zugehörige individuelle Berufsberatung im Anschluss an den Computertest, sagt Robert Riedl: „Das könnten wir in dem Umfang in der Schule nicht leisten.“ Dies alles sei allerdings ergänzend zur regulären Berufsberatung bei der Bundesagentur für Arbeit zu sehen und „keine Konkurrenzveranstaltung“, betont Andreas Fischer, bei der Volksbank Esslingen Leiter des Vertriebsmanagements. „Der Berufsnavigator soll eine Hilfestellung bei der Berufsfindung sein, die ja in dem jungen Alter und bei der Fülle an Berufen keine leichte Entscheidung ist“, erläutert Markus Schaaf, Vorstandsmitglied der Volksbank.