König Fußball treibt den Aktienkurs nach oben

Beim 26. Börsenspiel der Volksbank werden die Preisträger ausgezeichnet

Eßlinger Zeitung, 12.07.2014, Artikel von Sabine Försterling

Wer beim Börsenspiel das richtige Näschen hat, bekommt am Ende Bares.
Bild: Volksbank Esslingen eG

Sie nennen sich „Pennystocks“ und „Master Max“ und wollten in den letzten sechs Wochen Gewinne erzielen. 41 Schülerinnen und Schüler kauften und verkauften mit einem fiktiven Kapital von 50 000 Euro beim Börsenspiel der Volksbank Esslingen Aktien. So mancher hatte dabei das richtige Näschen und wurde nun für den spannenden Ausflug in die Welt der Wertpapiere ausgezeichnet.

 

„Wer es schafft das Kapital zu halten, hat schon viel erreicht“, meinte Daniel Kaiser bei der Preisverleihung. Als Schüler am Schelztor-Gymnasium hatte der Kundenberater der Volksbank vor einigen Jahren selbst am Börsenspiel teilgenommen. Übrigens besuchen 14 der diesjährigen 22 Preisträgerinnen und Preisträger ebenfalls das Schelztor-Gymnasium. Am 19. Mai war der Startschuss für insgesamt 17 Teams gefallen. Es galt ein fiktives Kapital von 50 000 Euro durch den Handel an der Frankfurter Börse zu vermehren. Daimler habe zwar eine Gießerei in Mettingen um die Ecke. Aber was heiße eigentlich AG und warum steigen oder fallen die Kurse?

Mit diesem Thema sollen sich laut dem Vorstand der Volksbank Heinz Fohrer die Jugendlichen beim Börsenspiel auseinandersetzen. Die letzten sechs Wochen seien insgesamt eine ruhige Zeit gewesen, resümierte der Wertpapierspezialist Richard Schlenker. Aber wer auf die Deutsche Bank gesetzt habe, der habe verloren. Die Aktien habe man auch gleich wieder verkauft, fügte der 16-jährige Paul Gänsler an, der schlussendlich mit dem Team „Master Max“ den siebten Platz mit einem Verlust von rund 300 Euro belegte.

Aber warum zeichnete der DAX ausgerechnet am 17. Juni Spitzenwerte? Das sei ganz einfach, sagte Schlenker. Am Tag zuvor hatte Deutschland bei der Fußball-WM gegen Portugal gewonnen. Die Stimmung der Menschen treibe die Aktienkurse hoch. Das müsse sie sich merken, meinte Nina Wilke vom Team „Zerstörung“.

Die drei Schülerinnen waren von ihren Gemeinschaftskundelehrern auf das Börsenspiel aufmerksam gemacht worden und wollen das nächste Mal durch mehr Information mehr als den neunten Platz schaffen. Die Konkurrenten mit dem Teamnamen abzuschrecken, sei wohl nicht gelungen, sagte Nina Wilke mit einem Augenzwinkern.

Auf Risiko gespielt

Jonathan Vogt ist der Aufstieg bereits gelungen. Das Team „Jordan Belfort“, benannt nach einem legendären Aktienhändler an der Wall Street, hatte dieses Jahr gezockt, das ganze Kapital auf BMW-Aktien gesetzt, rund 1500 Euro gewonnen und damit den dritten Platz belegt. Der 16-Jährige hatte darauf geachtet, welche Firma was Neues auf den Markt bringt. Rheinmetall habe einen dicken Auftrag erhalten, fügte Philip von Schnakenburg an.

Das Team „Pennystocks“ vom Georgii-Gymnasium, das zuvor vorsichtig investiert hatte, war daher am vorletzten Tag am Konkurrenten und Freund Jonathan Vogt vom Schelztor-Gymnasium knapp vorbeigezogen. Das Leben sei eben hart, aber es sei ja auch nicht um eigenes Geld gegangen. Spannend fanden die Teilnehmer das Börsenspiel allemal und es wurden noch Preise in Höhe von insgesamt 1000 Euro ausgeschüttet. Den Spitzenplatz belegten Maximilian Halbherr und Robin Hinderer, zwei Azubis der Volksbank mit einem fiktiven Gewinn von knapp 3000 Euro in sechs Wochen. Die beiden hatten ebenfalls auf Risiko gespielt und sich dabei eher am TecDax orientiert.