Facettenreiche Reise in die Vergangenheit

Internationaler Museumstag lädt ein zum Schauen und Entdecken

Eßlinger Zeitung, 19. Mai 2014, Artikel von Sabine Försterling

Während es die einen gestern angesichts des herrlichen Wetters scharenweise hinaus in die Natur zog, wandelten andere lieber geruhsam auf den Spuren der Vergangenheit: Am Internationalen Museumstag, der gestern zum 37. Mal stattfand, schlüpften Kinder zum ersten Mal in der frisch eröffneten Ausstellung  „Mäuse, Money und Moneten“ im Schwörhaus in die Rollen von Gelddruckern, Bankangestellten und Verkäufern. Im Stadtmuseum hingegen nahmen die Besucher die letzte Gelegenheit wahr, in der Ausstellung „Gute Nacht. Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang“ als Nachtschwärmer unterwegs zu sein. Und das Ausgrabungsmuseum unter der Stadtkirche St. Dionys ist ohnehin eine ganz besondere Attraktion.

Bruno und seinen Bruder Liam reizte die Rolle der Panzerknacker: Die beiden wollten unbedingt mit Stethoskop die Zahlenkombination des kleinen Tresors im Schwörhaus herausbekommen. Liam wurde anschließend zum Sicherheitschef, Bruno druckte derweil 500-Euro-Scheine, während Schwester Dora im nachgestellten Kassenraum der Bank auf der Schreibmaschine tippte. Gleich nebenan wartete ein liebevoll bestückter Kaufladen, um den Kreislauf des Geldes zu veranschaulichen. Die Ausstellung „Mäuse, Money und Moneten“ im Schwörhaus wurde am Internationalen Museumstag eröffnet – sie soll den Kindern spielerisch den verantwortungsvollen Umgang mit Geld vermitteln. Das sei nicht immer einfach, weiß Markus Schaaf, Vorstandsmitglied der Esslinger Volksbank, der seinen achtjährigen Sohn mitgebracht hatte, aus eigener Erfahrung. Zu schnell werde das Taschengeld gleich wieder ausgegeben. Immerhin: Der Esel am Eingang, der mit Geldstücken gefüttert werden kann, spuckt diese wieder aus. Eine eben erst nach Esslingen gezogene Mutter mit ihrer siebenjährigen Tochter und dem drei Jahre alten Sohn hatte nach Umwegen über das Stadtmuseum endlich ihr Ziel erreicht. Sie habe gelesen, dass hier etwas für die Sprösslinge geboten sei und wollte gleich die Probe machen.