Baden im Geld

"Mäuse, Money und Moneten" im Museum

Eßlinger Zeitung, 16. Mai 2014, Artikel von Elisabeth Schaal

Einmal in einer Badewanne mit Münzen baden und Geld – am besten den 500er-Schein – selbst drucken: In der Mitmachausstellung mit dem einprägsamen Namen „Mäuse, Money und Moneten“ werden solche Wünsche wahr. Eingeladen ins Museum im Schwörhaus sind zwar Kinder ab sechs Jahren, aber auch für Erwachsene dürfte ein Besuch der Ausstellung, die am Sonntag eröffnet wird, eine spannende Entdeckungsreise zu den Anfängen des Geldes werden.

Spielerisch, aber nicht unseriös wolle man das Thema Geld den Kindern nahebringen, betont Martin Beutelspacher, der Leiter der Städtischen Museen Esslingen. Ziel sei es, die Kompetenz der Heranwachsenden im Umgang mit Geld zu fördern: „Die ist ja nicht in den Genen angelegt.“ Angesichts von fünf Milliarden Euro, die den Sechs- bis 13-Jährigen bundesweit zur Verfügung stehen – „das weiß ja auch die Werbewirtschaft“ –solle der finanzstarke Nachwuchs zum Nachdenken gebracht werden: „Brauche ich etwas unbedingt oder bin ich schon in der Schuldenfalle?“ Diese ist übrigens einfallsreich dargestellt: Ein Hundert-Euro-Schein (Spielgeld!) steckt in einer Mausefalle.

An einem runden Tisch dürfen die jungen Besucher (Spiel-)Geld drucken, es auf die Bank tragen, ein Konto einrichten und mit Kreditkarte oder Bargeld in einem alten Kaufmannsladen einkaufen und so als Bankangestellte, Kassierer oder Kaufleute agieren. Die Gläser im Kaufladen werden bis zum Start der Ausstellung noch mit Essbarem gefüllt, verspricht Klemens Kühn. Er ist der Designer der 2001 konzipierten Ausstellung, eine gemeinsame Produktion des Alice-Museums für Kinder im FEZ-Berlin in Kooperation mit dem Klick Kindermuseum Hamburg. „Wir wollen mit unseren Ausstellungen, mit denen wir bundesweit unterwegs sind, komplizierte Themen für Kinder begreifbar machen und eine Plattform schaffen, wo sie mit Eltern und Lehrern ins Gespräch kommen“, erläuterte Kühn.

Dass „Mäuse, Money und Moneten“ von der Spree an den Neckar reisen konnten, machte die Volksbank Esslingen möglich: „Die finanzielle Bildung beschäftigt auch uns seit geraumer Zeit. Deshalb mussten wir nicht lange nachdenken, ob wir dieses Projekt unterstützen“, sagt Andreas Fischer, Voba-Bereichsleiter Vertriebsmanagement. Froh dürfte er allerdings sein, dass der Tresor in seinem Haus erheblich stabiler ist als jener, durch den es zur Ausstellung geht….

  • Die Ausstellung „Mäuse, Money und Moneten“ eröffnet Kulturbürgermeister Markus Raab am Sonntag, 18. Mai, um 11 Uhr im Museum im Schwörhaus, die Einführung übernimmt der Leiter der Städtischen Museen, Martin Beutelspacher. Geöffnet ist bis 5. Oktober dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags (auch am Pfingstmontag) von 11 bis 18 Uhr.
  • Für Esslinger Schulen sind die Führungen kostenlos. Informationen unter
    0711 / 35 12- 32 41