Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb

Theologin Margot Käßmann lobt Spende der Volksbank über 10 000 Euro für Inklusion

Eßlinger Zeitung, 2. April 2014, Artikel von P.Dietrich

Volksbank Vorstand Markus Schaaf, Sabine Maier von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, Dekan Bernd Weißenborn, Jürgen Rehm vom Gewinnsparverein, Ingrid Biesinger (Kindergarten Hohenkreuz), Iris Hartmann (Kindergarten Sirnau), Kindergartenfachberaterin Susanne Schock, Margot Käßmann, Kai Grünhaupt, Gabriele Deutschmann und Christof Bunz (CVJM) sowie Volksbank-Vorstand Heinz Fohrer (von links) schätzen gemeinsames Engagement.

Von jedem Gewinnsparlos der Volksbanken gehen 63 Cent an gemeinnützige Einrichtungen. Insgesamt kommen dadurch im Land pro Jahr 7,4 Millionen Euro zusammen. Aus diesem stattlichen Spendentopf gingen nun 10 000 Euro an Inklusionsprojekte der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde und des CVJM.

Bisher ist einer der CVJM-Mitarbeiter, der im Rollstuhl sitzt, auf vier starke Männer angewiesen.
Sie tragen ihn im Esslinger Lutherbau die Treppe zum großen Saal hinauf. Mit dem neuen Anbau wird das Gebäude barrierefrei. Die 5000 Euro, die die Volksbank beisteuert, sind dafür hoch willkommen. Übergeben wurde der Betrag nun mit einem Ginkgobäumchen. Es sei ein Symbol für Nachhaltigkeit, sagte der Volksbankvorstand Heinz Fohrer. Ein zweites Bäumchen, das ebenfalls für 5000 Euro steht, ging an die Evangelische Gesamtkirchengemeinde. In den Kindergärten Hohenkreuz und Sirnau wird jeweils ein Kind mit Hörbehinderung betreut – deshalb wird dort der Schallschutz verbessert. Die Bauabteilung habe signalisiert, dass der Betrag für beide Kindergärten reiche, sagte ein erfreuter Dekan Bernd Weißenborn. Außerdem wird Material zur Bewegungserziehung beschafft. Ein Kind in Hohenkreuz braucht nach einer Tumor-OP weiterhin besondere Förderung.

Die Theologin Margot Käßmann, Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, war nicht nur wegen der Scheckübergaben angereist. Sie hielt auf Einladung der Volksbanken einen Vortrag vor Unternehmerfrauen in Wernau. Bei zwei geförderten evangelischen Projekten sei sie gerne bei der Scheckübergabe dabei. Jeder Mensch sei ein Ebenbild Gottes, das Model in Heidi Klums Fernsehshow genau wie ein schwer behindertes junges Mädchen. Bank sei nicht gleich Bank, erklärte Käßmann: „Die Volksbanken mit ihrem Genossenschaftsprinzip haben anders gehandelt.“
Für die Spende gelte, was in der Bibel stehe: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Volksbank-Vorstand Heinz Fohrer kündigte an: „Wir wollen in den nächsten Jahren das Thema Inklusion zum Schwerpunkt machen.“ Jürgen Rehm, Vorstandsmitglied des Gewinnsparvereins der Volks- und Raiffeisenbanken im Land, brachte die alte Bauernweisheit vom Kleinvieh, das auch Mist macht, mit dem Motto der Genossenschaften auf den Punkt: „Was der eine nicht vermag, das vermögen viele.“