Volksbank auf Wachstumskurs

„Wir wollen keine reine Digitalbank werden“

Volksbank zeigt sich mit Geschäftsjahr 2018 zufrieden - Online-Offensive geht weiter, persönlicher Kundenkontakt bleibt wichtig

Die Volksbank Esslingen ist weiter auf Wachstumskurs. Im Neckar Forum wurde jetzt der Geschäftsbericht vorgelegt. Der Bilanzgewinn liegt im Geschäftsjahr 2018 bei 2,824 Millionen Euro. Für die Mitglieder bedeutet das eine Dividende von vier Prozent.

Voba-Vorstand Markus Schaaf, Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Roos und Voba-Vorstand Heinz Fohrer mit dem aktuellen Geschäftsbericht (von links). Foto: Eisenhardt

Die Volksbank Esslingen ist mit dem Geschäftsjahr 2018 zufrieden. Bei der 57. Vertreterversammlung im Esslinger Neckar Forum legte der Vorstand den 325 anwesenden Vertretern jetzt den Geschäftsbericht vor. Demnach verzeichnet die Bank ein Gesamtkundenvolumen – also die Summe aller Kredite und Anlagen – von 3,2 Milliarden Euro, was im vergangenen Jahr ein kräftiges Wachstum von 5,1 Prozent (156 Millionen Euro) bedeutet. Die Bilanzsumme ist in diesem Zusammenhang um 7,8 Prozent (116 Millionen Euro) auf knapp 1,6 Milliarden Euro angestiegen. Der Bilanzgewinn liegt im Geschäftsjahr 2018 bei 2,824 Millionen Euro. Für die ungefähr 34 000 Mitglieder bedeutet das die Ausschüttung einer Dividende von vier Prozent (823 989 Euro). Die größte und wichtigste Position auf der Aktivseite der Bilanz sei das Kreditgeschäft, erläuterte Fohrer: „Anfang 2018 hatten wir eine Milliarde und 48 Millionen Euro vergeben, im gesamten Jahr waren es 284 Millionen an neuen Krediten, getilgt wurden durch die Kunden 199 Millionen. Damit hatten wir Ende 2018 Kredit über 1,13 Milliarden Euro in den Büchern. Das bedeutet ein Wachstum von 85 Millionen oder 8,1 Prozent.“ Im laufenden Geschäftsjahr seien die Kundenkredite bereits um weitere 1,6 Prozent gewachsen, „die Entwicklung setzt sich also fort.“ Die zweitgrößte Position auf der Aktivseite betreffe die eigenen Wertpapieranlagen der Bank. 307 Millionen Euro machen diese in der Bilanz aus. Auf der Passivseite der Bilanz rücken die Kundeneinlagen und das Eigenkapital in den Fokus. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Kundeneinlagen um 8,3 Prozent (94 Millionen Euro) auf 1,2 Milliarden Euro erhöht. Im ersten Quartal 2019 sind die Kundeneinlagen um gut ein Prozent gestiegen. Unter dem Strich weist der Geschäftsbericht einen Bilanzgewinn von 2,824 Millionen Euro aus.

Das digitale Geschäft nehme weiter zu, die Anforderungen der Kunden verändern sich entsprechend. Dennoch lege man trotz aller digitaler Neuausrichtungen nach wie vor einen großen Wert auf den direkten Kundenkontakt, betonte Fohrer. „Nähe heißt heute jedoch nicht mehr unbedingt, dass wir in jedem Stadtteil oder in jedem Ort eine Filiale haben. Nähe heißt für uns: Wir kennen Sie und Ihre Bedürfnisse und begleiten Sie auf Ihrem finanziellen Weg. Anfang 2019 arbeiten bereits 65 Prozent in einer Mischung aus digital und persönlich mit uns zusammen. Wir wollen keine reine Digitalbank werden“, betonte Fohrer, dennoch laute die Maxime „immer und überall“ erreichbar. Immer mehr Bankdienstleistungen werden daher online zur Verfügung stehen.

Die Abschwächung des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland sowie die weltweiten politischen Entwicklungen gäben schon Anlass zu gewisser Sorge, heißt es im Geschäftsberichtsbeitrag der beiden Vorstände Heinz Fohrer und Markus Schaaf. Was die zinspolitischen Entwicklungen und das Handeln der Notenbanken angehe, seien in den nächsten Jahren laut Fohrer keine nennenswerten Veränderungen zu erwarten. Die Gewinn- und Verlustrechnung 2018, die Vorstandsmitglied Markus Schaaf den Vertretern erläuterte, schließt mit einem Jahresüberschuss von 2,823 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss bleibe „die bedeutendste Ertragsquelle unseres Hauses“, so Schaaf. Dessen Entwicklung sei auch 2018 sehr von der Niedrigzinsphase geprägt gewesen und im Geschäftsjahr auf 33 798 000 Euro angestiegen. Einstimmig angenommen wurden der Jahresabschluss sowie der Vorschlag zur Gewinnverwendung, der die Auszahlung der vierprozentigen Dividende, Zuweisungen in Höhe von je einer Million Euro in die gesetzliche Rücklage sowie andere Ergebnisrücklagen beinhaltet.

Die Aufsichtsratsmitglieder Stefan Eberspächer, Niko Hofmann und Volker Würschum wurden von den Volksbank-Vertretern einstimmig wiedergewählt.

Artikel von Katja Eisenhardt, Eßlinger Zeitung 21.Mai 2019.