Vier Prozent Dividende für VolksbankMitglieder

Esslingen: Vertreterversammlung präsentiert solide Ergebnisse – Sorgen wegen weltweiter Handelskonflikte

Von Thomas Krytzner

Die knapp 40 000 Mitglieder der Volksbankgenossenschaft können sich über vier Prozent Dividende freuen. Dies beschlossen 373 stimmberechtigte Vertreter am Montag bei der 56. Versammlung im Neckar Forum. Zudem bestätigte die Vertreterversammlung die Aufsichtsräte Elvira Postic, Jochen Bayer und Dieter Roos für drei weitere Jahre in ihrem Ehrenamt. Die Genossenschafter stehen mit ihrer Bank auf gesunden Beinen und freuen sich über den Ausbau des Beraterservice in den Geschäftsstellen.

Dennoch bleibt der Blick in die Zukunft nicht ohne Sorgenfalten: Die laufenden Handelsstreitigkeiten, wie Vorstandsmitglied Heinz Fohrer im Jahresbericht beklagte, lassen die Konjunkturerwartungen bröckeln. „Die Kündigung des Atomabkommens durch den US-Präsidenten Trump gilt als größtes Damoklesschwert und ist ein Risiko.“ Positives konnte der Bankvorsteher übers Ländle berichten, im Speziellen über den Landkreis Esslingen: „In unserem Landkreis leben 524 000 Menschen und die Zahl der Beschäftigten ist im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 201 000 gestiegen.“

Heinz Fohrer sieht die Region um Esslingen als „bärenstark“ und fit für die Zukunft. Die Zukunft liegt in der Digitalisierung, das macht auch vor der Volksbank nicht halt. „Diese Transformation verändert uns auch persönlich“, behauptet Fohrer. Er sieht das Smartphone als steten Alltagsbegleiter. Digitalisierung sei zwar Fortschritt, bringe aber auch immer Schattenseiten mit sich: „Vieles geht leichter und schneller von der Hand, ganze Branchen stehen aber vor massiven Einschnitten, beispielsweise der Einzelhandel.“ Fast 55 Prozent der Volksbankkunden tätigen ihre Bankgeschäfte bereits online. Dies brachte die Bankchefs zu einem intern kreierten Begriff: Omnikanalbanking. Fohrer erklärt: „Jeder Kunde entscheidet, welchen Zugangskanal er wählt: Filiale, online, mobil oder per Telefon.“ Zufrieden zeigte sich Fohrer über die erneut erhaltene Auszeichnung im Jahr 2017 und die damit verbundene, neu eingeführte, Generationenberatung. „Damit wollen wir das Vermögen älterer Kunden rasch in die gewünschte Ausrichtung bringen, vor allem in der Zeit, in der dies noch gestaltbar ist.“ Beratung bekomme bei der Volksbank einen immer höheren Stellenwert.

In den Filialen haben die Genossenschafter die Beratungszeiten erweitert. „Dies ist auch ein Zeichen, dass wir zur Filiale stehen.“ In Schanbach wurde die VB-Filiale im vergangenen Jahr modernisiert und für die Geschäftsstelle in Esslingen-Mettingen ist ein großer Umbau geplant, wie der Bankchef erklärte. „Im Einkaufszentrum ‚Das ES‘ gibt es ab 1. Oktober eine neue SB-Stelle“, verrät er und geht davon aus, dass dieser Standort sehr frequentiert werde. Es gab auf den Fildern eine Zusammenlegung: „Wir haben die SB-Filiale in der Parksiedlung mit der Filiale im Scharnhauser Park zusammengelegt.“

Markus Schaaf führt mit Heinz Fohrer die Geschicke der Volksbank Esslingen. Er ist mit dem Geschäftsverlauf 2017 zufrieden. „Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit betrug 13,2 Millionen Euro. Nach Abzug der Steuern und der Einstellung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken, ergibt dies einen Jahresüberschuss von 2,83 Millionen Euro.“ Der Überschuss wird nun, wie an der Vertreterversammlung mit einer Gegenstimme beschlossen, für Rücklagen und die Auszahlung einer Dividende von vier Prozent verwendet. Die Volksbank will weiterhin die Mobilität der sozialen Dienste und Einrichtungen fördern.